Ein Buch wird geboren . . .
 
Ich lade Dich herzlich ein, beim Geburtsvorgang dieses Buches, mit dabei zu sein. Wenn du Dich einbringen möchtest - in welcher Form auch immer - alles ist erlaubt.
 
Die “Entwicklung“ dieses Buches - vielleicht existiert es ja schon auf einer anderen “Ebene"? - ereignet sich somit nicht chronologisch, folgt keinem System, keiner Ordnung, keiner Norm.
 
Die Entwicklung geschieht, meistens während ich gerade schreibe . . . oder möglicherweise . . . während du gerade liest . . . JETZT
 
Robert Janes 2020
 
 

“Das Drehbuch“                                                                           momentaner Titel

  Oder -  Die Welt ist eine Bühne           

 
Das Manuskript baut auf die Polaritäten: So wie jede Münze 2 Seiten hat, hat auch das Wort “Erinnerungen“ 2 Aspekte, die den Inhalt dieses Buches prägen sollen:
 
1. ICH erinnere mich . . . an besondere Erlebnisse und Geschichten aus meiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Pädagoge.
 
2. Erinnere DU dich . . . vielleicht an ein Wissen, das bisher in dir, in deinem Unterbewusstsein versunken war und JETZT möglicherweise als Aha-Erlebnis auftaucht oder dir bewusst wird.
 
ALLES ist im Potential bereits vorhanden, es wartet bloß darauf, von uns wieder entdeckt zu werden! Immer, nach der Fertigstellung eines Kapitels wird dieses voraussichtlich auf unsere Homepage gestellt. 
 
Mich interessiert nicht, wie viele Kapitel es werden. Mich interessiert auch nicht, ob das Buch überhaupt fertig wird. Was mich interessiert ist meine Freude, das, was mir grad dazu einfällt, wieder in den PC zu tippen . . . und dein . . . Dabeisein!
 
 
KAPITEL 4
 
Worte und Musik
 
Ich borg dir gerne meine Worte, doch du selbst musst sie überzieh’n
mit dem Gewand deiner Gefühle. Dann erst werden sie Melodien.
 
Und danach lass‘ sie sanft erklingen, das Instrument dein Körper sein.
Der wahre Klang, er tönt nach innen und strömt als Freude in dich ein.
 
Dort schick‘ ihn durch den Herzverstärker einfach in die Welt zurück.
Vielleicht kommt er dir dann entgegen als Echo, in der Form von Glück.
 
Berg und Tal
 
Es hat zwar schon lange nicht mehr geregnet, aber die Wiese vor meinem Haus
zeigt sich noch immer in sattem Grün. Gelbe und weiße Blümchen schmücken
sie wie kleine Sterne, die von der Sonne liebevoll geküsst werden. Zwei
schwarze Raben prominieren vor meinem Küchenfenster auf und ab in der
nicht unberechtigten Hoffnung ein Stück Brot von meinem Frühstück zu
erhaschen. Heute allerdings haben sie Pech. Das Butterbrot ist diesmal nur für
meinen Magen bestimmt.
 
Eigenartigerweise kann ich diesen schönen Morgen nicht so genießen, wie in
den vergangenen Tagen. Ich bin heute, einfach ausgedrückt, nicht gut d’rauf.
Früher habe ich nach Gründen dafür gesucht und mein Denken hat mir sofort
einige durchaus logische Erklärungen angeboten. Schon war ich gefangen in
den Netzen des Egoverstandes. Wie beim Dominospielen kippt ein Gedanke
den nächsten und so weiter. Stopp!
 
Jetzt nehme ich meinen Atem wahr. Sein - in meinen Körper einfließen und
durch den leicht geöffneten Mund wieder ausströmen. Ich empfinde ihn als
Welle, bei der Berg und Tal sich rhythmisch abwechseln. Dabei gelingt es mir
ebenfalls meine Füße zu spüren, die den Boden berühren, diesen Holzboden in
meiner kleinen Wohnung.
 
Unser Wohlbefinden obliegt ebenfalls dem Gesetz der Polarität mit seinen
Hochs und Tiefs, seinen Bergen und auch Tälern. Und Beides hat den gleichen
Wert. Das Ego allerdings lehnt das Tal ab, will immer am Berg bleiben.
Aber gibt es denn Berge ohne Täler?
Ein treffender Spruch lautet: Das Leben ist nicht eben! Eben deswegen geht der
gute Schifahrer in die Knie, damit ihn die Bodenwellen nicht aus seiner Balance
bringen können. Er gleicht sie sozusagen aus. Ein Teil unseres Gehirns ist
ununterbrochen mit diesem Ausbalancieren beschäftigt.
 
Dadurch können wir auf so kleinen Flächen wie unseren Füßen stehen und gehen -
ohne umzufallen.
Übrigens, das werd‘ ich jetzt auch tun. Ich begebe mich hinaus und werde die
Erde ein wenig mit meinen gehenden Füßen massieren. Druckmassage heißt
das in Fachkreisen. Ich spüre, dass die Erde das mag. Und mit diesem
bewussten Kontakt zum Erdboden genieße ich meine Wiesenrunde gleich noch
ein wenig mehr. Bewegung in der Natur erweist sich für mein Befinden
meistens als äußerst positiv. Die Empfindungsqualität weiter zu erhöhen gelingt
mir dann mit einigen tiefen Atemzügen und entspannter Wahrnehmung von
Bäumen, Sträuchern, Wiesen und vielleicht noch dem Gesang eines zierlichen
Waldvogels.
 
Der Ernst des Lebens
 
Das Leben ist ein kosmischer Witz. Wer einmal die Pointe verstanden hat, hört
nicht mehr auf zu lachen . . .
Dieser Satz aus dem Buddhismus ist, denke ich, eine ziemlich entlastende
Definition von Leben. Bloß hat auch Witz eine zweite Seite. Und das ist jetzt
kein Witz, denn das ist der Ernst, mit dem der Großteil der Menschheit sein
Leben betrachtet.
 
Jetzt beginnt der Ernst des Lebens! Hat nicht so unser aller Schullaufbahn
begonnen? Und hat dies nicht unterbewusst bereits in jungen Jahren unser
Leben programmiert? Und diese Programme und Muster wirken unterbewusst
weiter und beeinflussen unsere Handlungs- Sprech- und Denkweisen bis in die
Gegenwart hinein. Schon vor etlichen Jahren hat die Gehirnforschung
festgestellt, dass jeder Gedanke, bevor er dir bewusst wird, bevor du ihn
sozusagen denkst, bereits als elektromagnetische Frequenz in deinem Gehirn
messbar ist.
 
In weiterer Folge sprengt das aber auch den Glauben an die
Willensfreiheit, die von den Wissenschaftlern ihrerseits bloß als ein Gefühl
definiert wird. Hier schließt sich der Kreis zu unserem “Drehbuch“ mit der
Filmproduktion im zweiten Kapitel. Wir spielen die Rollen, die wir uns, aus
unserem Unterbewusstsein heraus, denn dort befindet sich der Autor und
Regisseur, selbst “auf den Leib geschrieben“ haben.
 
Öfters bin ich nach Unterrichtsschluss mit einigen Kollegen zu unserem
Stammwirten gegangen. Dies gab uns nach einem herausfordernden
Schulvormittag eine gute Möglichkeit, um Dampf abzulassen und sich
auszusprechen. Im Verlaufe eines intensiveren Gespräches meinte mein
Kollege Ernst (übrigens sein tatsächlicher Name), dass ich viele Dinge einfach zu
locker sehe, eben diese zu wenig ernst nehme. Schließlich könne man “es sich
nicht so leicht machen“. Dieses, für mein Empfinden zähe Gespräch, beendete
ich schließlich mit dem Satz: Weißt du, Ernstl, ich behaupte, dass es viel
schwerer ist, sich das Leben leicht zu machen als umgekehrt.
Solch eine Diskussion hat sich später nie mehr wiederholt.
 
Sicht - weise
 
Wie wir die Situationen unseres Lebens sehen, beeinflusst unsere Meinung von
einer Sache oder einer Angelegenheit. Und ebenfalls in weiterer Folge unsere
Lebensqualität. Das ist zumindest meine Erfahrung und Überzeugung.
 
Eine Schulklasse einer Blindenschule besuchte einen Tiergarten. Die Kinder
hatten schon so viel vom größten Tier, dem Elefanten gehört und wollten ihn
unbedingt selber kennenlernen. Da die Kinder aber Tiere nicht sehen konnten,
erlaubte ihnen ein Elefantenwärter das Gehege des mächtigen aber friedlichen
Riesen zu betreten.
Die Lehrerin formierte die Kinder in einem Kreis um den Elefanten. Dann
durften sie an ihn herantreten, um ihn vorsichtig zu ertasten. Ein Kind berührte
den Rüssel, ein anderes das riesige Ohr, wieder ein anderes ein Bein, ein
weiteres ertastete einen Stoßzahn und so fort.
 
Wieder in der Schule angekommen, besprachen die Kinder das Aussehen eines
Elefanten. Natürlich hatte nun jedes Kind seine eigene Vorstellung von diesem
Tier. Die Grundlage dafür war sein persönliches Wahrnehmungserlebnis. Dies
war jedoch nur ein Teil des Ganzen. Ohne Sehvermögen war es allerdings nicht
möglich, die Summe aller Teile, sprich den ganzen Elefanten, zu erkennen.
Auf unser Leben bezogen sind wir die “Blinden“.
Denn wir erkennen die Zusammenhänge nicht, da wir nur UNSEREN Ausschnitt wahrnehmen.
Erst wenn wir die nötige Distanz zum “Elefanten“, sprich zu unseren Erfahrungen
und Wahrnehmungen haben und unsere “Augen“ öffnen, wissen wir um die
Zusammenhänge in unserem Leben Bescheid.
 
Hinter Masken
 
Das bringt mich zurück zu unserem “Coronaelefanten“. Alles was wir bisher zu
wissen glauben, basiert auf unseren Vorstellungen. Und diese sind eben ganz
unterschiedlich aber niemals die eigentliche Wahrheit. Wahrscheinlich müssen
wir unsere “Masken“ ablegen, um sehend zu werden. Allerdings handelt es sich
dabei wohl um die inneren Masken. Diese haben wir uns immerhin ein Leben
lang zugeschnitten. Für die unterschiedlichsten Lebenssituationen immer eine
neue Larve. Das Ego präsentiert sich immer in Masken hinter denen die Seele
verborgen bleibt. Wie wir wohl wirklich aussehen? Wer bin ich - ohne Larve?
Vielleicht gar schon ein Schmetterling?
Oder möchte ich wieder in mein “Raupensein“ zurückkehren?
 
Wie geht es nun weiter in dieser bereits weltumfassenden Krise?
Die Menschen suchen Antworten. Aber wer im Suchmodus ist, benötigt Zeit.
Ich weiß nicht, wie viele verschiedene Lösungen gefunden werden, aber mit
Sicherheit führen diese uns nicht ans Ziel. Dieses, das eigentliche Ziel befindet
sich eben NICHT im bislang uns vertrauten Ablauf der Zeit. Denken orientiert
sich an Vergangenheitserfahrungen und einer dementsprechend vorstellbaren
Zukunft. Somit immer in einem begrenzten Rahmen. Das wahre Ziel allerdings
ist immer vorhanden, das heißt, es befindet sich im Jetzt und wartet bloß
darauf wieder erkannt zu werden.
Vielleicht bringt uns die folgende Geschichte von einem Hund ein wenig näher
an diese Wahrheit heran.
 
Glück
 
Für einen Hund ist, nehmen wir einmal an, das Glück, sozusagen sein Ziel, eine
Wurst. Diese Wurst baumelt ungefähr zwanzig Zentimeter vor seiner Schnauze.
Er kann sie sehen und riechen. Was der Hund jedoch nicht weiß, ist, dass diese
Wurst an einem Gestell, einer Art Galgen hängt, welcher auf seinem eigenen
Nacken angebracht ist. Was wird der Hund wohl tun?
Er wird versuchen sein “Glück“ zu fassen. Sobald er aber mit seiner Schnauze
nach vor stößt, bewegt sich natürlich auch das Gestell und somit die Wurst
nach vor und von ihm weg. Nun, wahrscheinlich wird er zu laufen beginnen,
wobei die Wurst im gleichen Abstand vor ihm hin und her baumelt.
 
Er schnappt, sie pendelt wieder weg. Er denkt, er müsse schneller laufen, um
sie endlich zu erwischen. Er jagt immer schneller dahin - aber die Wurst kommt
nicht näher. Letzten Endes bleibt er erschöpft liegen. Und was tut die Wurst?
Sie baumelt weiter vor seiner Schnauze, immer noch unerreichbar für ihn, hin
und her.
 
So ergeht es uns Menschen auf der Suche nach unserem wahren Glück.
Letztlich liegt dieses in uns selber. Bevor ich dir jedoch verrate, wie der Hund
doch noch - ohne fremde Hilfe - zu seiner Wurst kommt, möchte ich Dich ein
wenig “baumeln“ lassen.
Aber vielleicht findest du mittlerweile ja selber die Lösung.
 
Das Kardinalschnittenprinzip
 
Ein anderes Mal traf ich Michael zur Abwechslung in der Konditorei unweit
unserer Schule. Es war ein Mittwoch. Nur an diesem Tag gab es eine vom Chef
selbst gemachte Kardinalschnitte. Leider habe ich bis heute nirgendwo eine
auch nur annähernd so gute gefunden. Ich durfte dabei eine für mich
bedeutende Erfahrung machen. Je näher so ein Mittwoch herankam, desto
intensiver wuchs meine Vorfreude auf diese Schnitte.
 
Sich auf etwas zu freuen, das selten kommt, erhöht den darauffolgenden
Genuss um ein Vielfaches. Von diesem Zeitpunkt an lernte ich viele Ereignisse
in meinem Leben wesentlich höher wertzuschätzen, indem ich mir bereits die
Vorfreude darauf bewusst machte.
Berechtigt meinte Michael: Aber, wenn das erhoffte Ereignis dann doch nicht
eintrifft, bist du ja auch enttäuscht - oder?
 
Natürlich, antwortete ich, aber nur mehr kurzfristig, denn ich durfte Freude ja
schon vorher erleben. Diese Vorfreude hatte ich in jedem Fall länger als die
immer seltener vorkommende Enttäuschung. Und, wie der Name schon sagt,
schließlich wurde ich dabei von einer Täuschung befreit. Am meisten täuschen
wir uns selbst, wenn wir glauben unsere Erwartungen müssten erfüllt werden.
Da fällt mir der altbekannte Spruch ein:
 
Willst du Gott zum Schmunzeln bringen, dann fixiere dich auf eine Vorstellung.
Willst du ihn zum Lachen bringen, dann erwarte, dass diese erfüllt wird.
 
Kommen wir nun zurück zum Hund mit der Wurst, die an seinem eigenen
Nackengestell hängt. Er hat nun erkannt: Ihr nachjagend kommt er der Wurst
nicht näher. Nun bleibt er sitzen. Und sein Wunschziel wird weiter im gleichen
Abstand vor seiner Nase hängen. Wie kommt der Hund zur Wurst, jedoch auch
ohne fremde Hilfe. Die Lösung ist klar und eindeutig. Und ich werde sie dir im
fünften Kapitel mitteilen. Wenn du sie errätst, dann kannst du sie mir per Mail
ja schon vorher zukommen lassen: (robert.janes@aon.at)
Und da ist es wieder, dieses Ziehen.
 
In Dir
 
Seit je sucht man Zufriedenheit bloß in der Außenwelt,
als hätte sie, so denken wir, irgendwer hingestellt.
 
Und haben wir sie dann gefunden, woll’n wir sie halten - fest.
Doch sind enttäuscht wir, wenn g’rad da sie uns wieder verlässt.
 
Ich hab‘ die Richtung nun geändert - des Suchens - und dabei entdeckt,
Zufriedenheit hält sich letztendlich in meinem eig’nen Herz versteckt.
 
Auch deine Suche, wünsch‘ ich dir, dass sie sehr bald sich lohnt,
wenn du Zufriedenheit erkennst, die in dir selber wohnt.
 
............Kapitel 5 folgt in Bälde.............


Pädagogisches Entlastungs Programm