Ein Buch wird geboren . . .
 
Ich lade Dich herzlich ein, beim Geburtsvorgang dieses Buches, mit dabei zu sein. Wenn du Dich einbringen möchtest - in welcher Form auch immer - alles ist erlaubt.
 
Die “Entwicklung“ dieses Buches - vielleicht existiert es ja schon auf einer anderen “Ebene"? - ereignet sich somit nicht chronologisch, folgt keinem System, keiner Ordnung, keiner Norm.
 
Die Entwicklung geschieht, meistens während ich gerade schreibe . . . oder möglicherweise . . . während du gerade liest . . . JETZT
 
Robert Janes 2020
 
 

“Das Drehbuch“                                                                           momentaner Titel

  Oder -  Die Welt ist eine Bühne                   
 
Das Manuskript baut auf die Polaritäten: So wie jede Münze 2 Seiten hat, hat auch das Wort “Erinnerungen“ 2 Aspekte, die den Inhalt dieses Buches prägen sollen:
 
1. ICH erinnere mich . . . an besondere Erlebnisse und Geschichten aus meiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Pädagoge.
 
2. Erinnere DU dich . . . vielleicht an ein Wissen, das bisher in dir, in deinem Unterbewusstsein versunken war und JETZT möglicherweise als Aha-Erlebnis auftaucht oder dir bewusst wird.
 
ALLES ist im Potential bereits vorhanden, es wartet bloß darauf, von uns wieder entdeckt zu werden! Immer, nach der Fertigstellung eines Kapitels wird dieses voraussichtlich auf unsere Homepage gestellt. 
 
Mich interessiert nicht, wie viele Kapitel es werden. Mich interessiert auch nicht, ob das Buch überhaupt fertig wird. Was mich interessiert ist meine Freude, das, was mir grad dazu einfällt, wieder in den PC zu tippen . . . und dein . . . Dabeisein!
 
 
 
KAPITEL 4
 
Worte und Musik
 
Ich borg dir gerne meine Worte, doch du selbst musst sie überzieh’n
mit dem Gewand deiner Gefühle. Dann erst werden sie Melodien.
 
Und danach lass‘ sie sanft erklingen, das Instrument dein Körper sein.
Der wahre Klang, er tönt nach innen und strömt als Freude in dich ein.
 
Dort schick‘ ihn durch den Herzverstärker einfach in die Welt zurück.
Vielleicht kommt er dir dann entgegen als Echo, in der Form von Glück.
 
Berg und Tal
 
Es hat zwar schon lange nicht mehr geregnet, aber die Wiese vor meinem Haus
zeigt sich noch immer in sattem Grün. Gelbe und weiße Blümchen schmücken
sie wie kleine Sterne, die von der Sonne liebevoll geküsst werden. Zwei
schwarze Raben prominieren vor meinem Küchenfenster auf und ab in der
nicht unberechtigten Hoffnung ein Stück Brot von meinem Frühstück zu
erhaschen. Heute allerdings haben sie Pech. Das Butterbrot ist diesmal nur für
meinen Magen bestimmt.
 
Eigenartigerweise kann ich diesen schönen Morgen nicht so genießen, wie in
den vergangenen Tagen. Ich bin heute, einfach ausgedrückt, nicht gut d’rauf.
Früher habe ich nach Gründen dafür gesucht und mein Denken hat mir sofort
einige durchaus logische Erklärungen angeboten. Schon war ich gefangen in
den Netzen des Egoverstandes. Wie beim Dominospielen kippt ein Gedanke
den nächsten und so weiter. Stopp!
 
Jetzt nehme ich meinen Atem wahr. Sein - in meinen Körper einfließen und
durch den leicht geöffneten Mund wieder ausströmen. Ich empfinde ihn als
Welle, bei der Berg und Tal sich rhythmisch abwechseln. Dabei gelingt es mir
ebenfalls meine Füße zu spüren, die den Boden berühren, diesen Holzboden in
meiner kleinen Wohnung.
 
Unser Wohlbefinden obliegt ebenfalls dem Gesetz der Polarität mit seinen
Hochs und Tiefs, seinen Bergen und auch Tälern. Und Beides hat den gleichen
Wert. Das Ego allerdings lehnt das Tal ab, will immer am Berg bleiben.
Aber gibt es denn Berge ohne Täler?
Ein treffender Spruch lautet: Das Leben ist nicht eben! Eben deswegen geht der
gute Schifahrer in die Knie, damit ihn die Bodenwellen nicht aus seiner Balance
bringen können. Er gleicht sie sozusagen aus. Ein Teil unseres Gehirns ist
ununterbrochen mit diesem Ausbalancieren beschäftigt.
 
Dadurch können wir auf so kleinen Flächen wie unseren Füßen stehen und gehen -
ohne umzufallen.
Übrigens, das werd‘ ich jetzt auch tun. Ich begebe mich hinaus und werde die
Erde ein wenig mit meinen gehenden Füßen massieren. Druckmassage heißt
das in Fachkreisen. Ich spüre, dass die Erde das mag. Und mit diesem
bewussten Kontakt zum Erdboden genieße ich meine Wiesenrunde gleich noch
ein wenig mehr. Bewegung in der Natur erweist sich für mein Befinden
meistens als äußerst positiv. Die Empfindungsqualität weiter zu erhöhen gelingt
mir dann mit einigen tiefen Atemzügen und entspannter Wahrnehmung von
Bäumen, Sträuchern, Wiesen und vielleicht noch dem Gesang eines zierlichen
Waldvogels.
 
Der Ernst des Lebens
 
Das Leben ist ein kosmischer Witz. Wer einmal die Pointe verstanden hat, hört
nicht mehr auf zu lachen . . .
Dieser Satz aus dem Buddhismus ist, denke ich, eine ziemlich entlastende
Definition von Leben. Bloß hat auch Witz eine zweite Seite. Und das ist jetzt
kein Witz, denn das ist der Ernst, mit dem der Großteil der Menschheit sein
Leben betrachtet.
 
Jetzt beginnt der Ernst des Lebens! Hat nicht so unser aller Schullaufbahn
begonnen? Und hat dies nicht unterbewusst bereits in jungen Jahren unser
Leben programmiert? Und diese Programme und Muster wirken unterbewusst
weiter und beeinflussen unsere Handlungs- Sprech- und Denkweisen bis in die
Gegenwart hinein. Schon vor etlichen Jahren hat die Gehirnforschung
festgestellt, dass jeder Gedanke, bevor er dir bewusst wird, bevor du ihn
sozusagen denkst, bereits als elektromagnetische Frequenz in deinem Gehirn
messbar ist.
 
In weiterer Folge sprengt das aber auch den Glauben an die
Willensfreiheit, die von den Wissenschaftlern ihrerseits bloß als ein Gefühl
definiert wird. Hier schließt sich der Kreis zu unserem “Drehbuch“ mit der
Filmproduktion im zweiten Kapitel. Wir spielen die Rollen, die wir uns, aus
unserem Unterbewusstsein heraus, denn dort befindet sich der Autor und
Regisseur, selbst “auf den Leib geschrieben“ haben.
 
Öfters bin ich nach Unterrichtsschluss mit einigen Kollegen zu unserem
Stammwirten gegangen. Dies gab uns nach einem herausfordernden
Schulvormittag eine gute Möglichkeit, um Dampf abzulassen und sich
auszusprechen. Im Verlaufe eines intensiveren Gespräches meinte mein
Kollege Ernst (übrigens sein tatsächlicher Name), dass ich viele Dinge einfach zu
locker sehe, eben diese zu wenig ernst nehme. Schließlich könne man “es sich
nicht so leicht machen“. Dieses, für mein Empfinden zähe Gespräch, beendete
ich schließlich mit dem Satz: Weißt du, Ernstl, ich behaupte, dass es viel
schwerer ist, sich das Leben leicht zu machen als umgekehrt.
Solch eine Diskussion hat sich später nie mehr wiederholt.
 
Sicht - weise
 
Wie wir die Situationen unseres Lebens sehen, beeinflusst unsere Meinung von
einer Sache oder einer Angelegenheit. Und ebenfalls in weiterer Folge unsere
Lebensqualität. Das ist zumindest meine Erfahrung und Überzeugung.
 
Eine Schulklasse einer Blindenschule besuchte einen Tiergarten. Die Kinder
hatten schon so viel vom größten Tier, dem Elefanten gehört und wollten ihn
unbedingt selber kennenlernen. Da die Kinder aber Tiere nicht sehen konnten,
erlaubte ihnen ein Elefantenwärter das Gehege des mächtigen aber friedlichen
Riesen zu betreten.
Die Lehrerin formierte die Kinder in einem Kreis um den Elefanten. Dann
durften sie an ihn herantreten, um ihn vorsichtig zu ertasten. Ein Kind berührte
den Rüssel, ein anderes das riesige Ohr, wieder ein anderes ein Bein, ein
weiteres ertastete einen Stoßzahn und so fort.
 
Wieder in der Schule angekommen, besprachen die Kinder das Aussehen eines
Elefanten. Natürlich hatte nun jedes Kind seine eigene Vorstellung von diesem
Tier. Die Grundlage dafür war sein persönliches Wahrnehmungserlebnis. Dies
war jedoch nur ein Teil des Ganzen. Ohne Sehvermögen war es allerdings nicht
möglich, die Summe aller Teile, sprich den ganzen Elefanten, zu erkennen.
Auf unser Leben bezogen sind wir die “Blinden“.
Denn wir erkennen die Zusammenhänge nicht, da wir nur UNSEREN Ausschnitt wahrnehmen.
Erst wenn wir die nötige Distanz zum “Elefanten“, sprich zu unseren Erfahrungen
und Wahrnehmungen haben und unsere “Augen“ öffnen, wissen wir um die
Zusammenhänge in unserem Leben Bescheid.
 
Hinter Masken
 
Das bringt mich zurück zu unserem “Coronaelefanten“. Alles was wir bisher zu
wissen glauben, basiert auf unseren Vorstellungen. Und diese sind eben ganz
unterschiedlich aber niemals die eigentliche Wahrheit. Wahrscheinlich müssen
wir unsere “Masken“ ablegen, um sehend zu werden. Allerdings handelt es sich
dabei wohl um die inneren Masken. Diese haben wir uns immerhin ein Leben
lang zugeschnitten. Für die unterschiedlichsten Lebenssituationen immer eine
neue Larve. Das Ego präsentiert sich immer in Masken hinter denen die Seele
verborgen bleibt. Wie wir wohl wirklich aussehen? Wer bin ich - ohne Larve?
Vielleicht gar schon ein Schmetterling?
Oder möchte ich wieder in mein “Raupensein“ zurückkehren?
 
Wie geht es nun weiter in dieser bereits weltumfassenden Krise?
Die Menschen suchen Antworten. Aber wer im Suchmodus ist, benötigt Zeit.
Ich weiß nicht, wie viele verschiedene Lösungen gefunden werden, aber mit
Sicherheit führen diese uns nicht ans Ziel. Dieses, das eigentliche Ziel befindet
sich eben NICHT im bislang uns vertrauten Ablauf der Zeit. Denken orientiert
sich an Vergangenheitserfahrungen und einer dementsprechend vorstellbaren
Zukunft. Somit immer in einem begrenzten Rahmen. Das wahre Ziel allerdings
ist immer vorhanden, das heißt, es befindet sich im Jetzt und wartet bloß
darauf wieder erkannt zu werden.
Vielleicht bringt uns die folgende Geschichte von einem Hund ein wenig näher
an diese Wahrheit heran.
 
Glück
 
Für einen Hund ist, nehmen wir einmal an, das Glück, sozusagen sein Ziel, eine
Wurst. Diese Wurst baumelt ungefähr zwanzig Zentimeter vor seiner Schnauze.
Er kann sie sehen und riechen. Was der Hund jedoch nicht weiß, ist, dass diese
Wurst an einem Gestell, einer Art Galgen hängt, welcher auf seinem eigenen
Nacken angebracht ist. Was wird der Hund wohl tun?
Er wird versuchen sein “Glück“ zu fassen. Sobald er aber mit seiner Schnauze
nach vor stößt, bewegt sich natürlich auch das Gestell und somit die Wurst
nach vor und von ihm weg. Nun, wahrscheinlich wird er zu laufen beginnen,
wobei die Wurst im gleichen Abstand vor ihm hin und her baumelt.
 
Er schnappt, sie pendelt wieder weg. Er denkt, er müsse schneller laufen, um
sie endlich zu erwischen. Er jagt immer schneller dahin - aber die Wurst kommt
nicht näher. Letzten Endes bleibt er erschöpft liegen. Und was tut die Wurst?
Sie baumelt weiter vor seiner Schnauze, immer noch unerreichbar für ihn, hin
und her.
 
So ergeht es uns Menschen auf der Suche nach unserem wahren Glück.
Letztlich liegt dieses in uns selber. Bevor ich dir jedoch verrate, wie der Hund
doch noch - ohne fremde Hilfe - zu seiner Wurst kommt, möchte ich Dich ein
wenig “baumeln“ lassen.
Aber vielleicht findest du mittlerweile ja selber die Lösung.
 
Das Kardinalschnittenprinzip
 
Ein anderes Mal traf ich Michael zur Abwechslung in der Konditorei unweit
unserer Schule. Es war ein Mittwoch. Nur an diesem Tag gab es eine vom Chef
selbst gemachte Kardinalschnitte. Leider habe ich bis heute nirgendwo eine
auch nur annähernd so gute gefunden. Ich durfte dabei eine für mich
bedeutende Erfahrung machen. Je näher so ein Mittwoch herankam, desto
intensiver wuchs meine Vorfreude auf diese Schnitte.
 
Sich auf etwas zu freuen, das selten kommt, erhöht den darauffolgenden
Genuss um ein Vielfaches. Von diesem Zeitpunkt an lernte ich viele Ereignisse
in meinem Leben wesentlich höher wertzuschätzen, indem ich mir bereits die
Vorfreude darauf bewusst machte.
Berechtigt meinte Michael: Aber, wenn das erhoffte Ereignis dann doch nicht
eintrifft, bist du ja auch enttäuscht - oder?
 
Natürlich, antwortete ich, aber nur mehr kurzfristig, denn ich durfte Freude ja
schon vorher erleben. Diese Vorfreude hatte ich in jedem Fall länger als die
immer seltener vorkommende Enttäuschung. Und, wie der Name schon sagt,
schließlich wurde ich dabei von einer Täuschung befreit. Am meisten täuschen
wir uns selbst, wenn wir glauben unsere Erwartungen müssten erfüllt werden.
Da fällt mir der altbekannte Spruch ein:
 
Willst du Gott zum Schmunzeln bringen, dann fixiere dich auf eine Vorstellung.
Willst du ihn zum Lachen bringen, dann erwarte, dass diese erfüllt wird.
 
Kommen wir nun zurück zum Hund mit der Wurst, die an seinem eigenen
Nackengestell hängt. Er hat nun erkannt: Ihr nachjagend kommt er der Wurst
nicht näher. Nun bleibt er sitzen. Und sein Wunschziel wird weiter im gleichen
Abstand vor seiner Nase hängen. Wie kommt der Hund zur Wurst, jedoch auch
ohne fremde Hilfe. Die Lösung ist klar und eindeutig. Und ich werde sie dir im
fünften Kapitel mitteilen. Wenn du sie errätst, dann kannst du sie mir per Mail
ja schon vorher zukommen lassen: (robert.janes@aon.at)
Und da ist es wieder, dieses Ziehen.
 
In Dir
 
Seit je sucht man Zufriedenheit bloß in der Außenwelt,
als hätte sie, so denken wir, irgendwer hingestellt.
 
Und haben wir sie dann gefunden, woll’n wir sie halten - fest.
Doch sind enttäuscht wir, wenn g’rad da sie uns wieder verlässt.
 
Ich hab‘ die Richtung nun geändert - des Suchens - und dabei entdeckt,
Zufriedenheit hält sich letztendlich in meinem eig’nen Herz versteckt.
 
Auch deine Suche, wünsch‘ ich dir, dass sie sehr bald sich lohnt,
wenn du Zufriedenheit erkennst, die in dir selber wohnt.
 
Kapitel 5
 
Trebor, spiele dein Leben

oder - l(i)ebe dein Spiel    

 
Vorerst möchte ich mich für eure Zuschriften bedanken.
 
Unter diesen hat mich eine besonders berührt. Margit Leber schrieb mir, auf mein Drehbuchthema eingehend, wie folgt:
Man sagt:
Das Leben ist eine Bühne und wir alle hätten hier unsere Rollen zu spielen. Ja, für jeden von uns ging hier in diesem “Theater“ einst zum ersten Mal der Vorhang auf. Welches Stück hier wohl gespielt wird? Na ja, manchmal hatte es den Anschein als hätten alle Masken auf und spielten gleichzeitig in verschiedenen Stücken. Es wurde improvisiert, manchmal auch die Rollen getauscht und es gab Gastspieler. Aber das Repertoire war sensationell abwechslungsreich. Von der Komödie bis zum Schattenspiel, vom Marionetten- und Kasperltheater bis hin zu Dramen und Tragödien, welche aus der Distanz betrachtet oft als die größten Komödien gefeiert wurden. Alles wurde aufgeführt.
 
Streckenweise spielte man zwar ohne Regie im Stegreif, ohne Textbuch und Souffleur, dafür mit viel Enthusiasmus und Freude am Spielen. Jeder hat versucht seine Rolle so gut wie möglich zu spielen. Und wahrlich, das muss gesagt werden:
 
Manche machten “großes Theater“ mit dem Ballett “Tanz der Emotionen“! Vor dem letzten Akt wurde noch einmal das Bühnenbild verändert. Aber irgendwann kommt immer der Tag, an dem der letzte Vorhang fällt. Das Ensemble verneigt sich ein letztes Mal und dankt der Direktion für die Möglichkeit auf dieser Bühne gespielt haben zu dürfen. Jeder einzelne wurde durch das Rollenspiel geprägt und hoffentlich ein wenig vollkommener und weiser. Wenn der eine oder andere das von sich sagen
könnte, dann hat ihn dieses Stück des Lebens bereichert. Im Scheinwerferlicht auf der “Drehbühne“ steht ein Clown mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Er träumt bereits von einem “neuen Theater“. Die Artisten sagen: MÖGE DIE ÜBUNG GELINGEN!
 
Danke, liebe Margit, für deinen gelungenen Beitrag. Nun, wie versprochen, wollen wir jetzt das Hunderätsel aus dem vorangegangenen Kapitel lösen.
Der Hund hat vielleicht das sinnlose Hinterherlaufen aufgegeben, da es ihn seinem Ziel - eben die Wurst zu erreichen - nicht näher gebracht hat. Er bleibt nun ruhig sitzen. Die Wurst hängt weiter im gleichen Abstand vor seiner Nase. Allerdings, wenn das Tier sich nun zurückbeugt und den Kopf rückwärts neigt, bewegt sich die am Galgen hängende Wurst auf ihn zu. Sie kommt ihm sozusagen entgegen. Er braucht sein Maul nur mehr zu öffnen und sie willkommen heißen. Somit ist “sich Zurücknehmen“, oder “zurück (nach Innen) gehen“ eine Möglichkeit, seinem wahren Ziel nahe zu kommen.
 
Zurück zum Start
 
Mir fehlt nur mehr die passende Würfelzahl, dann hab ich das Ziel des “Mensch ärgere dich nicht“ Spieles erreicht. Doch plötzlich - Wumm! Ich werde wieder “rausgeschmissen“ und muss zurück an den Start.
Genauso erlebe ich es gerade und es frustriert mich aufs Neue. Schließlich hatte ich meine ursprüngliche Normalität wieder erlangt. War im Winter Schifahren und bin im Frühling, wie in alten Zeiten, wieder zweimal die Woche drei Stunden durch den Wienerwald gelaufen.
Doch dann - wie aus dem Nichts heraus - waren die alten Knieschmerzen urplötzlich wieder da. Nach dem ersten Frust kam eine tiefe Traurigkeit auf. Dieser ging ich nun auf den Grund. Nichts im Leben geschieht ohne Sinn, das ist zumindest meine tiefe Überzeugung. Und es liegt allein an mir, eben diesen Sinn zu ergründen.
 
Vor einigen Tagen bekam ich zufällig ein Video zugeschickt. Die Quintessenz desselben war Heilung und ihr Zweck aus ganzheitlicher Sicht. Auf der polaren Ebene wollte ich von meinen Knieschmerzen geheilt werden, um wieder laufen zu können. Aber vielleicht geht es letztlich gar nicht um den polaren Zweck. Vielleicht geht es um Heilung an sich, das hieße: Der eigentliche Zweck ist somit die Heilung selbst!
Heilung bedeutet, wie bereits erwähnt, Ganzwerdung. Also, wenn ich eins mit dem Schmerz bin, ihn annehmen kann, so wie er ist, geschieht Heilung - im JETZT. Genau das ist auch unsere eigentliche Aufgabe. Mir persönlich gefällt die Definition des “Jetzt“ von Franz Werfel, die folgend lautet:
Es ist der Moment, in dem es für die Vergangenheit bereits zu spät aber für die Zukunft noch zu früh ist.
 
Wenn es uns gelingt, den momentanen Augenblick zu akzeptieren, so wie er sich gerade darstellt, ihn zumindest nicht abzulehnen, kann diese Urenergie, Liebe genannt, sich ausbreiten und ihre “Arbeit“ verrichten. Dieser Strom wird allerdings blockiert, wenn wir dem Jetzt Widerstand entgegen setzen. Und genau das tun wir allzu oft. Es ist somit unser Hauptproblem.
 
Unser Verstand ist allzu häufig auf Ablehnung und Widerstand programmiert. Natürlich gibt auch unser Verstand sein Bestes, allerdings immer nur im Rahmen seines begrenzten Denkens. Jetzt tritt das Schicksal auf den Plan. Dieses präsentiert uns Chancen unsere Grenzen auszudehnen. Aber vorerst müssen wir ja an diese Grenzen stoßen - und wer will das schon freiwillig? Unsere ebenfalls polaren Emotionen kennen doch in erster Linie:
 
Das will ich - das will ich nicht!
 
Nehmen wir nun unser Münzbeispiel aus dem ersten Kapitel. Da ist die Seite, die mir gefällt, aber die andere oder Rückseite lehne ich ab. Das ist schade, denn eine Münze ohne Rückseite ist eigentlich wertlos. Worum geht es also? Es geht um die ganze Münze! Diese inkludiert beide Seiten. In unserem Leben geht es immer um Ganzwerdung, auch Heilung genannt. Das Schicksal zeigt uns immer wieder beide Seiten: Licht und Schatten. Und die gehören zusammen. Ja sie bedingen einander sogar.
 
Stell‘ dir vor, du wurdest in einem lichthellen Raum geboren und wächst auch dort auf. Plötzlich kommt jemand zur Tür herein und sagt: Mein Gott, wie ungemein hell ist es hier. Du allerdings, der du von Geburt an nur diesen Raum kennst, wirst ihn fragen, was er denn mit hell meint? Er wird es dir nicht erklären können, da du mit den Begriffen finster und dunkel nichts anzufangen weißt. Erst wenn er dir das Licht in diesem Raum abdreht, machst du die Erfahrung von Dunkelheit. In diesem Moment weißt du, was hell bedeutet.
 
Viele Menschen irren noch immer stolpernd im finsteren Raum umher. Einige haben schon Kerzen angezündet. Andere suchen den Lichtschalter. Ein paar drehen vielleicht schon an einem Dimmerschalter, sodass es allmählich heller in ihrem Raum wird.
 
Der Lichtfunke
 
Ludwig van Beethovens letzte Worte waren: Mehr Licht! Danach entschlief er sanft. Übrigens, er komponierte auch die Schicksalssinfonie. Und zu seiner 9. Sinfonie schrieb Friedrich Schiller den Text: Freude, schöner Götterfunke! Diese wurde später als Europahymne weltberühmt.
Ich denke, jeder von uns trägt diesen Funken in sich. Vielleicht ist es der Punkt “Ultimum Moriens“, so wird die letzte Körperzelle, die stirbt, genannt. Diese ist “zufällig“ auch ident mit der ersten Zelle aus der das Embryo entsteht. Und es ist jene Zelle, aus der sich das menschliche Herz bildet.
 
Liebe wird auch als Licht bezeichnet. Und wenn ALLES Licht ist, dann ist Finsternis bloß ein minimales Vorhandensein von Licht.
 
Stell‘ dir eine Hütte am Waldrand vor. Alle Türen und Fenster dicht verschlossen, sodass es in ihr stockfinster ist. Wenn du jedoch Tür und Fenster öffnest, wird es in der Hütte schlagartig hell. Vom Licht des Tages wird sie sofort durchflutet. Dieselbe Hütte - mitten in der Nacht. In ihrem finsteren Raum zündest du nun eine Kerze an. Wieder öffnest du Tür und Fenster. Aber dringt die Dunkelheit der Nacht jetzt ein in die Hütte? Wohl kaum, denn das kleine Licht der Kerze leuchtet in die Finsternis. Dunkelheit kann kein Licht löschen, da es sie - so gesehen - ja gar nicht gibt.
 
Es gibt eben nur das Licht. Allerdings kann ich mich vor ihm verschließen. Dann “scheint“ es in mir finster zu sein. Wenn wir uns “öffnen“, kann demnach Liebe aus uns heraus verströmen. Die Wissenschaft hat längst bewiesen, dass in jeder Körperzelle eine Lichtquelle vorhanden ist. Somit leuchten wir alle - von innen heraus.
 
Vielleicht ist gerade das die wahre Aufgabe von uns Menschen hier auf dieser Erde. Nämlich unser ureigenes Licht in die Welt zu strahlen. Oder mit anderen Worten ausgedrückt: Liebe in die Welt zu bringen.
 
Das Programm läuft
 
Zurück zu meinen Knieschmerzen. Ich bemühe mich nun sie zu akzeptieren. Außerdem ist mir klar geworden, dass es gar nicht mehr darum geht, dass es so wird wie früher, oder dass die alte Normalität wiederhergestellt wird. Vielleicht brauche ich (vor mir selber?) nicht davonzulaufen, auch keiner Sache oder “Wurst“ nachlaufen. Wahrscheinlich werde ich von meinem Körper aufgefordert, nach innen zu “gehen“. Möglicherweise eine Richtung zu ändern oder neu zu wählen. Und es bewahrheitet sich eben der alte Spruch: Wer nicht hören will (auf sein Inneres), muss fühlen (im Äußeren z.B. Schmerz)!
 
Wie auf einer Welle auf und ab, so bewegen wir uns durch die Zeit. Oder werden durch die Zeit bewegt, wenn du es so sehen möchtest. Egal, auf diese Weise schleust uns das Schicksal durch unser Lebensprogramm.
 
Das Programm läuft, dabei der Clou:
Wir spielen mit UND schauen zu.
 
Das Programm läuft und jetzt der Geck:
Sind wir gar Mittel bloß zum Zweck?
 
Bist du im JETZT, GANZ und ALL-EIN,
wirst DU Programmdirektor sein.
 
Wer ist schuld?
 
Was für einen Lehrer sehr nervig werden kann, sind diese häufigen gegenseitigen Schuldzuweisungen von Kindern untereinander. Immer ist der andere schuld! Und auch für einen gerechten Pädagogen ist es sehr schwer, oft unmöglich, wirklich Schuldige herauszufinden. Schließlich ist jedes Kind von seiner eigenen Unschuld überzeugt. Für meine Klasse habe ich damals folgende Lösung gefunden:
 
Kinder, ab heute übernehme ICH freiwillig jede Schuld, die, auf wen auch immer, geschoben wird. Also, wenn dich jemand beschuldigt oder wenn du jemand beschuldigen möchtest, heißt es dann: Der Herr Janes übernimmt und trägt demnach allein die Schuld! Alles klar?
 
Aber, Herr Janes, warum tun sie das, wenn sie doch gar nicht schuld sind? fragte mich eine erstaunte Schülerin. Natürlich bin ich nicht schuld, antwortete ich, aber das behaupte ich auch nicht. Ich habe bloß gesagt, dass ich diese Schuld übernehme, weil ich mich stark genug fühle, sie auch zu tragen. Tatsächlich sind von diesem Zeitpunkt an Schuldzuweisungen - in meiner Gegenwart - deutlich zurückgegangen.
 
Ein interessanter Nebeneffekt und eine für mich wertvolle Erfahrung war dabei, dass plötzlich andere Kinder mir sogar beim “Schuldtragen“ freiwillig helfen wollten. Ja, es gibt sie: die auch wirklich “starken“ Kinder!
 
Die Kugel
 
Nach längerer Zeit führte ich wieder einmal ein intensives Gespräch mit Michael. Diesmal ging es um die verschiedenen Dimensionen. Michael hatte in einem Artikel gelesen, dass wir Menschen als fünfdimensionale Wesen auf dieser Erde die dritte Dimension erfahren und durchleben wollen. Er bat mich, ihm das vereinfacht, vielleicht anhand eines Beispiels, zu erklären.
 
Okay, ich räusperte mich und hob an: Stell‘ dir eine Kugel vor. Diese hat bekanntlich eine dreidimensionale Form. Nehmen wir nun an, sie möchte sich als Wesen in der zweiten Dimension erleben. Jetzt denk dir ein Blatt Papier als zweidimensionale Form. Die Kugel nähert sich von oben dem Blatt und berührt es. Auf dem Papier erscheint ein Punkt. Wenn die Kugel das Blatt nun durchdringt, erscheint ein Loch oder ein Kreis, der immer größer wird, dann wieder kleiner und letzten Endes zu einem Punkt wird, der wieder verschwindet. Die Kugel bleibt unbeschadet, aber auf dem zweidimensionalen Papier existiert sie nicht mehr.
 
Wir Menschen erscheinen auf dieser Erde (dreidimensional) als Wesen, die geboren werden, die Erfahrung des Älterwerdens machen, um irgendwann diese Welt wieder zu verlassen. Aber in einer höheren Dimension existieren wir genauso weiter wie auch die Kugel.
 
Man sagt, wir Menschen wären Wesen der fünften Dimension. Vielleicht besitzen wir deswegen fünf Finger, um immer wieder daran erinnert zu werden? Durchaus möglich. Da wir letztlich nichts sicher wissen, stehen uns immer nur Wahrscheinlich- und Möglichkeiten zur Verfügung. Euch geschieht nach eurem Glauben! Dieser Satz aus der Bibel, denke ich, trifft es auf den Kopf. Vielleicht sollte er aber auch einfach nur IN unserem Kopf endlich ankommen. Möglicherweise.
 
Und schon wieder ist es da - dieses Ziehen . . .
 
Lasst uns nun zum aktuellen Thema zurückkehren. Die Masken fallen zunehmend. Stell‘ dir vor, dass der Schmetterling gerade aus seiner Larve heraus entsteht. Jetzt ist es von entscheidender Bedeutung, dass ihm eben das bewusst ist. Wenn der Schmetterling aber glaubt noch eine Raupe zu sein, wird er in seinen alten Fressmodus zurückfallen. Er will vielleicht wieder “auf einen grünen Zweig kommen“ wollen. Er wird versuchen weiter zu kriechen und es wird ihm schwer fallen, da er nun weniger und ganz zarte Beine besitzt. Andernfalls steht er vor einer neuen Herausforderung. Wie nun weiter kommen? Er muss lernen sich anders, neu zu bewegen. Und genau dazu benötigt er seine beiden Flügel.
 
Auf uns Menschen umgelegt bedeuten die beiden Flügel die Polaritäten in unserem Leben, wie gut und böse, schwarz und weiß, oben und unten etc. Diese haben wir bisher getrennt, weil wir sie nie als Einheit erleben konnten. Und wir urteilten, lehnten eine Seite ab oder versuchten uns gar von dieser zu trennen. Das war in unserem Raupendasein Gang und Gebe.
 
Um sich allerdings in die Luft - eine neue Dimension - zu erheben, muss der Falter nun beiden Flügeln die gleiche Bedeutung beziehungsweise den gleichen Wert geben. Das heißt, er benötigt das Potential all‘ seiner Seiten! Denn nur der Schmetterling in seiner GANZHEIT vermag zu fliegen. Selbstverständlich kannst du auch den Traum von der Raupe, wenn er dir noch gefällt, weiterträumen. Alles ist möglich!
 
Auf unser “Schauspiel des Lebens“ übertragen, heißt das: Jede Rollendarstellung ist gleichwertig. Egal ob nun Täter oder Opfer, Gutmensch oder Bösewicht, jeder spielt die ihm zugedachte Rolle bestmöglich. Das, was gerade geschieht, ist Teil des Drehbuches und somit immer in Ordnung. Es liegt allerdings an Dir, diese Sichtweise anzunehmen.
 
Auf Deiner weiteren Lebensreise beziehungsweise - beim “Bearbeiten“ Deines Drehbuches wünsche ich dir jedenfalls - ALLES LIEBE. Guten Flug, du lieber Schmetterling!
 
Geschafft
 
Der Taten sind genug begangen. Genug der Worte schon gesagt. 
Genügend wurde schon geschrieben. Ausreichend wurde hinterfragt.
 
Genug der Informationen, lasst endlich uns die Schlüsse zieh’n 
und aus der Tiefe uns’res Herzens das Lächeln des Versteh’ns erblüh’n.
 
Und dazu braucht man keine Worte. Auch all‘ die Taten dürfen ruh’n. 
So lass‘ bloß durch das Tor der Seele es einfach deine Augen tun.
 
Wenn Du es tust, tun’s auch die ander’n, denn so ein Lächeln, es steckt an. 
Vielleicht ist es das Einzige, das jeder von uns wirklich kann.
 
Jetzt wird mir klar mit einem Schlag: Ich hab‘ das Licht entdeckt.
Das kleine Licht der Ewigkeit, das in uns Menschen steckt.
 
Wenn alle Welt ein Lächeln wird, so ganz aus eig’ner Kraft,
dann macht Euch keine Sorgen mehr, dann haben wir’s geschafft.
 
Beginne mit diesem Lächeln JETZT, wo die Vergangenheit gerade vorbei ist und die Zukunft gerade noch nicht begonnen hat . . .
 
PS: (Post skriptum)
 
Jetzt liegt es an Dir, lieber Leser, Dein Buch weiter zu schreiben. Ich habe meines mit dem 5. Kapitel vorläufig beendet. Möglicherweise lasse ich noch weitere Post Skripti folgen. Schließlich geht alles in irgendeiner Form weiter, denn . . .
 
. . . das Leben als ein Puzzlespiel - versuch‘ es zu erkennen.
Und seine Teilchen magst du ruhig die Augenblicke nennen.
 
Behüte jedes Teilchen gut, denn diese sind dein Schatz.
Und irgendwann in deinem Leben findet jedes seinen Platz.
 
Die Vorlage für dieses Spiel - und darin liegt der Sinn -
die trägt ein jeder von uns Menschen in seinem eig’nen Herzen drinn‘.
 
Und wenn dein Spiel vollendet ist, du glaubst du bist am Ziel,
kennst du vielleicht den ersten Teil vom nächsten Puzzlespiel . . .
 
Heute - Nacht der Sommersonnenwende - erklärte sich mir dieses “Ziehen“, das mich seit einigen Jahren immer intensiver an meine Grenze bringt . . .
 
6 mal “Ziehen“
 
Vom Himmel bin ich ausgezogen - bin in die Menschheit eingezogen - hab‘ meine Show im Leben ab-gezogen.
Von hier wieder zurückzuziehen - das gilt es ab jetzt durchzuziehen - um dann . . . dankbar weiterzuziehen
 
ICH bin DU und das sind WIR und wir sind EINS


Pädagogisches Entlastungs Programm